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Datum: 21.04.2020

Am Boden und in der Luft: Landwirtschaftliche Forschung trotzt der Corona-Krise Ein Lebenszeichen aus dem Exzellenzcluster PhenoRob

PVon der Aussaat bis zur Datenerhebung per Dohne geht an der Universität Bonn die Arbeit mit Feldexperimenten weiter. Das berichtet das Exzellenzcluster PhenoRob der Universität. Feldexperimente sind immens wichtig für die Qualität landwirtschaftlicher Forschung. Gerade jetzt im Frühjahr steht dabei eine besonders entscheidende Phase an: Die Pflanzen für die Experimentierfelder müssen dringend ausgesät werden, sonst verlieren die Forscherinnen und Forscher ein ganzes Jahr. Nur etwa vier bis sechs Wochen ist es möglich, die Aussaat der Feldfrüchte nach hinten zu verschieben. Dann schließt sich das Zeitfenster für das Jahr.

 Mit der Drohne ins Feld

Mit der Drohne ins Feld: PhenoRob-Doktorand Jordan Bates ist am Forschungszentrum Jülich tätig. Auf dem Campus Klein-Altendorf der Uni Bonn arbeitet er mit seiner Drohne. (© Foto: PhenoRob | Uni Bonn)

 

Auch das Exzellenzcluster „PhenoRob - Robotik und Phänotypisierung für Nachhaltige Nutzpflanzenproduktion“ startet in dieser Anbausaison in seine Feldphase – mit insgesamt etwa 15 Experimenten an unterschiedlichen Standorten. Zentral sind die Feldexperimente am Campus Klein-Altendorf der Universität Bonn. Unter großem Druck stand demnach das Team um Geschäftsführer Prof. Dr. Ralf Pude, die Aussaat unter den neuen Sicherheitsbedingungen wegen der Corona-Pandemie so gut es geht durchzuführen. „Schon Wochen und Monate vorher haben wir alles vorbereitet. Die Samen waren bereits in über 100 Tütchen verpackt und beschriftet“, sagt Prof. Dr. Uwe Rascher vom Forschungszentrum Jülich, eine der am Cluster beteiligten wissenschaftlichen Institutionen. Nach einiger Beratung und Umplanung konnten dann seit Mitte März ein Großteil der Pflanzen wie Sommerweizen und Zuckerrübe gesät und die meisten Experimente angefangen werden. „Wir möchten besonders dem Team am Campus Klein-Altendorf danken, das mit großem Engagement daran arbeitet, die PhenoRob-Experimente in Zeiten des Coronavirus zu ermöglichen“, so Lasse Klingbeil, Forscher bei PhenoRob am Institut für Geodäsie und Geoinformation.

Teamarbeit alleine

Die große Frage hierbei ist, wie können die Arbeitsabläufe sicher organisiert werden? Normalerweise laufen beispielweise die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Feld mit, während die Techniker mit ihren Maschinen die Samen verteilen. „Man trifft sich am Feld und macht die Arbeit gemeinsam. Um sich auszutauschen und um sicher zu gehen, dass auch die richtigen Samen in die dafür vorgesehene Parzelle kommen“, beschreibt Uwe Rascher dieses Vorgehen. Da nun aber Abstand gehalten werden muss, finden die Arbeiten, die sonst im Team gemacht werden, alleine statt. So wird z.B. morgens ausgesät und nachmittags kommen die Forscherinnen und Forscher, um mit ihren Drohnen über dem Feld Daten zu erheben. Diese voneinander getrennten Aktivitäten erfordern neben mehr Zeitaufwand auch sehr viel mehr Abstimmung, die nun über digitale Kommunikation erledigt wird. So wurde ein Infoportal als Austauschplattform eingerichtet und auch zwischendurch wird deutlich mehr kommuniziert als früher. „Gut, dass wir vor einigen Jahren dafür gesorgt haben, dass es eine stabile Internetverbindung mit WLAN am Campus Klein-Altendorf gibt“, erklärt Uwe Rascher. „So können wir nun sogar mit FaceTime direkt vom Feld miteinander sprechen und Livebilder senden.“ Und einen Vorteil haben die neuen Formen der Kommunikation auch: Eine sehr gute und direkte Dokumentation des wissenschaftlichen Vorgehens und der Datenerhebung.

 

... weiterlesen:

  www.uni-bonn.de | 21.04.2020

 

... mehr zum Thema:

  www.iva.de | 16.06.2020

  www.lz-rheinland.de | 15.05.2020

  www.pflanzenforschung.de | 15.05.2020

  www.topagrar.com | 30.04.2020

  www.phenorob.de

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